Neue Technologie, neue Kämpfe…?

In der FR steht heute ein Artikel unter der schönen Überschrift “Das neue Gorleben“. Das macht aufmerksam: worum geht’s hier? Es geht nicht, wie zuerst vermutet, um ein neues Atommüllendlager, sondern um eine neue Art von Müll, die im “grünen Kapitalismus” vermutlich immer wichtiger sein wird: Unmengen von Kohlenstoff, produziert beim Verbrennen fossiler Brennstoffe. Anstatt, wie sowohl in der kritischen Literatur, aber auch immer mehr in sozialen Bewegungen gefordert wird, damit anzufangen, fossile Brennstoffe im Boden zu lassen, werden diese – vor allem Kohle! – immer weiter gefördert. Begründet wird das dann damit, dass eine neue, bisher noch völlig unbewiesene Technologie namens “Carbon Capture and Storage” (CCS), also das Einfangen von CO2 mit anschliessendem unter-die-Erde-pumpen, die massiven Emissionen neuer Kohlekraftwerke kompensieren sollte. Das führt dann dazu, dass wie ehedem mit dem Atommüll Landstriche ausersehen werden müssen, die zu CO2-Endlagern werden können. Aus der FR:

“Nach geologischen Karten eigne sich die ganze norddeutsche Tiefebene für ein solches Endlager.”

Bisher hat sich dort zuerst einmal eine BI gegen das neue Endlager gegründet, während in der Regierung die Debatten um CCS heisslaufen. Mal sehen, wo uns diese Kämpfe noch hinführen werden…


Eine Antwort zu·“Neue Technologie, neue Kämpfe…?”

  • Benni Sagt:

    Besonders bizarr fand ich das Detail, dass die eine 500km lange CO2-Pipeline aus der Nähe von Köln bis nach Schleswig Holstein planen. Eine Müll-Pipeline, wie krank ist denn sowas?