Scharfer Auftakt in Barcelona!
Kill Kyoto & African Group Walkout – bei den letzten UNFCCC Zwischenverhandlungen vorm großen Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen ist es schon am ersten Tag zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen.
Die extrem konfrontative Stimmung, mit der die letzten Zwischenverhandlungen in Bangkok endeten, wurde heute beim Autaktplenum nahtlos fortgesetzt. Die Entwicklungsländer beschuldigten die Industrieländer, das Kyoto-Protokoll abschaffen zu wollen (Kill Kyoto), und machten erneut klar, dass sie nicht bereit sind, ein Aufweichen der Konvention oder den Ersatz des Kyoto-Protokoll durch ein”gemeinsames”, weniger verbindliches Abkommen zu akzeptieren. Eher werden sie den Prozess scheitern lassen.
Auch im Auftaktplenum der Arbeitsgruppe zum Kyoto Protokoll fanden G77/China, AOSIS und die African Group jeweils sehr deutliche Worte – das Mandat der Gruppe sei, verbindliche Reduktionsziele für Industrieländer für die nächste Verpflichtungsperiode festzulegen – die African Group kündigte an, solange sämtliche anderen Arbeitsgruppen zu blockieren, bis klare Verpflichtungen der Industrieländer auf dem Tisch lägen. Folgerichtig verliessen die 53 afrikanischen Staaten dann tatsächlich geschlossen die Arbeitsgruppen unter dem KP, die nachmittags angesetzt waren.
Auch ansonsten war der erste Tag geprägt von Mißtrauen und unversöhnlichen Positionen. Während Greenpeace mit einem Banner mit der Aufschrift “rettet das Klima” die berühmte Kathedrale “sagrada familia” verschönerte, war “drinnen” von Aufbruch, Dringlichkeit und gemeinsamen Handeln, wie in der Begrüßungzeremonie einheitlich von Ivo de Boer, diversen katalanischen Politikern, sowie der spanischen und der dänischen Umweltministerin beschworen, nichts zu spüren.
