Nichts geht (mehr) in Barcelona
Update von den UNFCCC Zwischenverhandlungen in Barcelona.
Eigentlich sollte hier grad die Luft brennen – noch 30 Tage bis zum Beginn der COP15 in Kopenhagen, dort soll respektive muß ein verbindliches Kyoto-Nachfolgeabkommen verabschiedet werden, will sich die internationale Klimadiplomatie nicht vollends gescheitert sehen – und damit gemäßihrem Selbstverständnis auch die Welt endgültig am Abgrund.
Statt dessen Stillstand an allen Fronten. Nachdem die Verhandlungen im KP Strang etwa 24 Stunden ausgesetzt war, wurde zwar heute im Plenum ein Kompromiss gefunden, nach dem die African Group wieder mitverhandelt – tatsächlichen Fortschritt aber hat es nirgendwo gegeben.
In der Arbeitsgruppe zu „langfristigen gemeinsamen Handlungsstrategien“ setzte sich das verbale Säbelrasseln vom Auftaktplenum inhaltlich fort, sämtliche Parteien favorisierten die jeweils eigenen Textvorschläge, und die Saudis monierten mal wieder, dass „ökonomisch besonders verwundbare Entwicklungsländer“ nicht berücksichtigt seien.
Nirgendwo wurde tatsächlich Text produziert, es liegen weiterhin keine Zahlen auf dem Tisch, und der Graben zwischen den Entwicklungsländern – die auf der Fortsetzung des Kyoto-Protokolls beharren, sowie den Industrieländern, insbesondere der USA, die mittlerweile ziemlich offen ein unverbindliches Rahmenabkommen für Kopenhagen favorisieren, und die Festlegung verbindlicher Ziele auf 2010 verschieben wollen, scheint immer unüberwindbarer.
Viel Aufregung hat auch die Einführung des Begriffes “politisch verbindliches Abkommen” durch den dänischen Ministerpräsidenten als Ziel für Kopenhagen ausgelöst – weil das ziemlich genau dem entspricht, was viele Entwicklungsländer seit langem befürchten: dass die Industrieländer die Prinzipien der Konvention kippen und die Lasten der Emissionreduktionen zu ihren Gunsten verschieben wollen.