Inside Bella Center

Während draussen die sogenannte “Zivilgesellschaft” alles aufährt, was sie zu bieten hat (inklusive Desmond Tutu und Mary Robinson, die vor dem Bella Center Kerzen halten!), ist drinnen auch ordentlich was los.

Zunächst hat das Sekretariat wie erwartet den Zugang zum Bella Center ab Dienstag für Beobachter quotiert, da das Fassungsvermögen (15.000) schon jetzt fast erreicht ist – was einerseits stimmt, aber anderseits auch ganz praktisch ist, um die lästigen Protestler draussen zu halten.

Dann hält die dänische COP Präsidentschaft heute nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr ein Informal Meeting mit Delegationsleitern und Ministerinnen ab – soweit letztere schon da sind.

Gestern erschien der (gemeinsame) Vertragsentwurf der Vorsitzenden John Ashe (KP) und Michael Cutajar (LCA), also die Textgrundlage, auf der von nun an weiterverhandelt wird. Grundrichtung ist die Beibehaltung des KP, sowie ein weiteres Protokoll, in dem Minderungspflichten für die USA und Ziele für die Entwicklungs- und Schwellenländer festgelegt werden. Konkrete Zahlen fehlen in dem Papier natürlich noch.

Während die sogenannte Umbrella-Group (Australien, (US), Canada, Japan usw., weithin bekannt auch als die Bremser-Group) gestern abend das Weiterverhandeln über konkrete Zahlen im KP Strang blockierte, standen für heute eigentlich die Schlussverhandlungen  von SBSTA, SBI, AWG-KP und AWG-LCA an – statt dessen oder auch parallel sind diverse briefings der Vorsitzenden zu dem Text angesetzt, aber so richtig durchschaut das gerade auch keiner mehr.

Die Liste der Verhandlungstexte, die von Ländern vorgeschlagen wurden, ist nach Tuvalu und AOSIS jetzt um den Beijing-Proposal von irgendwie G77/China aber nicht so ganz erweitert.

Aus Korea (“über Tuvalu’s Text reden wir gar nicht”) und Japan (“2 Grad nur unter Vorbehalt, alles muss in den Markt”) hört mensch sehr finstere Töne, und aus den USA reist eine “Todesschwadron” republikanischer Abgeordneter eigens an, um ihren Präsidenten davon abzuhalten, irgendwelche Zusagen zu machen – obwohl die sich ja, wie wir von Chefverhandler Todd Stern wissen, sowieso völlig jenseits dessen befinden werden, was verbindlicher Klimaschutz bräuchte – von Klimagerechtigkeit ganz zu schweigen.


Kommentarfunktion ist geschlossen.