Anti-Kohle-Aktivist_innen ketten sich an Gleisen fest
Neues von den Protesten im Rheinischen Braunkohlerevier…
Drei Aktivist_innen haben sich soeben an der Hambach-Kohlebahn mit Lock-ons festgekettet. Dies ist eine unabhängige Aktion, die aber im Kontext mit der gestrigen Sitzblockade einige hundert Meter entfernt stattfindet. Die Aktivist_innen wollen sich mit dieser direkten Aktion dem Weiterbetrieb des Rheinischen Braunkohlereviers möglichst effektiv in den Weg stellen, bzw. legen, und treten für eine globale Überwindung fossiler Energieträger ein. Sie können sich nicht selber aus den Stahlrohren befreien, sondern können nur durch eine technische Einheit der Polizei von den Schienen entfernt werden. Bei vergleichbaren Aktionen dauerten die Räumungen mehrere Stunden.
Clumsy, einer der Festgeketteten begründet seine Teilnahme an dieser Aktion so: „Unserem Planeten und den darauf lebenden Spezies läuft die Zeit davon. Doch obwohl die Anzeichen des Kollaps unserer Ökosysteme unübersehbar sind, werden nicht die nötigen Konsequenzen daraus gezogen. Anstatt sofort aufzuhören, fossile Energieträger zu verbrennen, werden mit immer extremeren Methoden die letzten Reste aus der Erde gepresst. Das wird sich auch nicht ändern, solange Gesellschaften existieren, die auf Herrschaft und Ausbeutung basieren.“
Marc X, der ebenfalls festgekettet ist ergänzt: „Das Bergrecht, das die rechtliche Grundlage ist für die Zerstörung der Dörfer, der Umwelt und der Natur – hier und anderswo in Deutschland – ist ein Gesetz, das aus dem Mittelalter stammt, und die letzte relevante Überarbeitung (eine Verschärfung) in der Nazi-Zeit erfuhr. Ich frage mich wieso dieses Gesetz noch existiert? Warum wurde es nicht abgeschafft?“